Sprachförderung- ein Wien weites Projekt- auch an unserer Schule

Um Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache, die in der Unterrichtssprache Deutsch über sehr wenig Kenntnisse verfügen, einen möglichst raschen Einstieg in den Regelunterricht zu ermöglichen, wurden in Wien insgesamt 222 Sprachförderungskurse eingerichtet. Einer davon findet seit Oktober auch in unserer Schule statt.

Welche Kinder nehmen daran teil?

Es wurden 3 Kompetenzstufen des Spracherwerbs festgelegt:

A: Kinder, die nichts oder fast nichts verstehen bzw. ausdrücken können und ohne ständige Hilfe dem Unterricht nicht folgen könnten

B: Kinder, die zwar noch Unterstützung im sprachlichen Bereich benötigen, aber bereits viel verstehen und sich in einfachen Sätzen zu Themen und in Gesprächen äußern können.

C: Kinder, die (fast) ohne Hilfe alles verstehen und ausdrücken können.

Diese 3 Kompetenzstufen lassen sich natürlich nicht immer ganz eindeutig festlegen und haben manchmal einen fließenden Übergang.

Am Sprachförderkurs nehmen ausschließlich außerordentliche Schüler der Kompetenzstufe A teil. Zielgruppe sind Kinder der 1.Klasse und Vorschulstufe, sowie Seiteneinsteiger (=Kinder, die während des Schuljahres eingeschult werden).

Wie wird die Kompetenzstufe A festgestellt?


Es gibt eine Liste genauer Vorgaben, nach denen die Kinder durch ein Screening ermittelt werden: In den ersten 3-4 Wochen des Schuljahres werden die Kinder im Klassenverband, in der Kleingruppe und im Einzelgespräch beobachtet und ihr sprachl. Können dokumentiert.

Wie wird der Kurs durchgeführt?

Sobald eine Gruppe von mindestens 8 und höchstens 15 Kindern gebildet wurde, geht es mit der Förderung los.
Der Sprachförderkurs umfasst 11 Stunden, in denen die Kinder

 

  • entweder in einer Gruppe außerhalb des Regelunterrichtes (der Klasse) in einem eigenen Kursraum vom Sprachförderkurslehrer betreut werden
  • oder vom Sprachförderkurslehrer integrativ in der Klasse betreut werden
  • oder mit ständiger Absprache mit dem Sprachförderkurslehrer von anderen Lehrern des Teams mit individuellem Programm betreut werden.

Der Sprachförderkurs ersetzt den Regelunterricht und erfolgt nach den Bestimmungen des Zusatzlehrplanes für Kinder mit nicht deutscher Muttersprache.

Wie lange dauert der Kurs? Welches Ziel soll er erreichen?

Sobald ein Kind die Kompetenzstufe B erreicht, beendet es den Kurs. Es hat aber das ganze Schuljahr Zeit, diese Stufe zu erreichen.

Ziel des Kurses ist, dass die Kinder mit Unterstützung des Begleitlehrers dem Unterricht folgen können. Die Kinder müssen allerdings nicht das können, was die Kinder der Kompetenzstufe B und C im Regelunterricht in der Klasse gelernt haben, weil sie ja nach einem eigenen Programm unterrichtet werden.

Wann kann ein Kind der Kompetenzstufe A nicht im Sprachförderkurs aufgenommen werden?

Kinder, die den Status der Außerordentlichkeit bereits beendet haben oder im 1. Halbjahr beenden werden, können am Sprachförderkurs nicht mehr teilnehmen. Für sie kommen andere Fördermethoden an unserer Schule in Frage. (Kinder der Kompetenzstufe B werden vom Begleitlehrer betreut. Dieses System ist seit Jahren bewährt.)